Klimawandel als innere Herausforderung

Vortrag und Workshop „Klimawandel als innere Herausforderung“ im Zendo

Auch wenn der Vortrag/ Workshop von Richard Stiegler vielleicht keine Option ist, weil er im Benediktushof, also weit weg, ist – Richard Stiegler formuliert genau die Inhalte, die uns bei MeditationForFuture auch beschäftigen…

Der Klimawandel zählt wohl zu den größten aktuellen Herausforderungen. In der Öffentlichkeit wird vor allem über die äußere Dimension gesprochen, also darüber, wie wir CO2 einsparen können. Doch wie geht es uns innerlich mit der Erkenntnis, dass wir unser Leben in Zukunft radikal ändern müssen? Wie geht es uns damit, wenn in Frage steht, ob unsere Kinder noch eine lebenswerte Zukunft haben? Die drohende Klimakatastrophe löst bei vielen Menschen seelische Prozesse aus, mit denen sie sich überfordert und allein fühlen.

An diesem Nachmittag wird Richard Stiegler im Vortrag darauf eingehen, welche seelische Dimension das Thema Klimawandel hat und im anschließenden Workshop mithilfe von Übungen die Gelegenheit geben, sich mit der eigenen Betroffenheit, den Ängsten, Widerständen und Ohnmachtsgefühlen auseinanderzusetzen, um so die Voraussetzung dafür zu schaffen, eigene Antworten zu entdecken und den Wandel konstruktiv gestalten zu können.

Der Vortrag von Richard Stiegler: „Klimmawandel als innere Herausforderung“  findet am 29.03.2020 von 14:00 – 18:00 Uhr im Benediktushof in Holzkirchen nahe Würzburg statt.

Mehr Infos findet Ihr auf der Website des Benediktushofes/Veranstaltungsevents unter https://www.benediktushof-holzkirchen.de/kursangebot/veranstaltungenevents/?kathaupt=11&knr=20VRS01&kursname=Klimawandel+als+innere+Herausforderung+-+Vortrag+und+Workshop#inhalt

Richard Stiegler hat auch ein Buch zum Thema „Klimawandel als innere Herausforderung“ geschrieben (Arbor Verlag).

Mehr zu Richard Stiegler: https://www.seeleundsein.com/person/richard-stiegler

Wachbleiben

Regelmäßig treffen Attentate und Anschläge in Afghanistan die Zivilbevölkerung und machen dieses Land zu einem der gefährlichsten Aufenthaltsorte der Welt. UN-Sonderbeauftragter Tadamichi Yamamoto spricht von mehr als 100.000 zivilen Opfern in den letzten zehn Jahren. Laut Unicef-Bericht fordert das tödliche Kriegsgebiet zunehmend Opfer bei den Kindern – sie leiden unter Gewalt, Verstümmelung und den Folgen von Naturkatastrophen, Armut und Unterentwicklung. An Perspektive und Familiengründung ist für Rückkehrer kaum zu denken -Trotzdem ist ein weiterer Abschiebeflug für kommenden Dienstag geplant.
Aus diesem Anlass wird am Montag, 13.01.2020 in der Versöhnungskirche Detmold, Martin-Luther-Str.39, ab 20.00 Uhr zu einer Mahnwache eingeladen. Es wird eingeladen zum Friedensgebet und anschließendem Beisammensein.
Das Projekt BeStärkt- Beratung und Unterstützung von Unbegleitet Minderjährigen Flüchtlingen im Kreis Lippe wird seine Arbeit vorstellen.

 

Wachbleiben veranstaltet ein Trägerbündnis aus der Kirchengemeinde Detmold West, der Lippischen Landeskirche, der Flüchtlingshilfe Lippe e.V., der Initiative Fluchtpunkt und dem Afghanischen Kulturverein in Detmold.

Spirituelle Ökologie: Links und Literatur

Eigentlich sind alle spirituellen Wege auch ökologische Wege – und umgekehrt. Oder?

Anbei eine kleine Liste von Projekten, Filmen und Büchern, die sich diesem Thema aktuell oder immer schon explizit widmen – schön wäre, wenn ihr die Liste über einen Kommentar erweitern würdet, denn diese Auswahl ist erstens minimalistisch und zweitens nur zufällig so, wie sie ist. DANKE.

Aktuelle Bücher und Links aus dem Sufismus:

  • Llewellyn Vaughan-Lee & Hilary Hart
    Das Heilige im Alltag wiederentdecken: spirituelle Ökologie in der Praxis
    Vorschläge von einfachen spirituellen Praktiken, die dazu dienen, unsere Verbindung zum Heiligen im tägliche Leben wiederherzustellen
    https://goldensufi.org/de/publications/buch/das-heilige-im-alltag-wieder-entdecken/
  • Llewellyn Vaughan-Lee
    Heilung für die Erde:
    Spirituelle Verantwortung in einer Zeit der globalen Krise
    https://goldensufi.org/de/publications/buch/heilung-fuer-die-erde/
  • LLewellyn Vaughan-Lee als Herausgeber
    Spirituelle Ökologie, Der Ruf der Erde,
    Sammelband mit Beiträgen von Thich Nhat Hanh, Joanna Macy, Richard Rohr, Oren Lyons, Vandana Shiva u.a. – Antworten von spirituellen Lehrern, Wissenschaftlern und indigenen Führern vieler verschiedener Traditionen auf den „Ruf der Erde“, die in Not ist.
    1. Aufl. 2015, ISBN 978-3-89060-654-5, Verlag Neue Erde

Verschiedene Artikel und Interviews zum Thema von LLewellyn Vaughan-Lee, Sufi-Lehrer, langjähriger spiritueller Leiter des Golden Sufi Center unter:
https://goldensufi.org/de/artikel-und-interviews/

Insbesondere:
Die Klimadebatte auf den heiligen Grund verlagern
https://goldensufi.org/de/die-klimadebatte-auf-heiligen-grund-verlagern/

Radikale Resilienz – eine innere Veränderung
https://goldensufi.org/de/radikale-resilienz-eine-innere-veraenderung/

Buddhistische Organisationen, Bücher und Videos

Bücher von Thich Nhat Hanh zum Thema:

„Wirkliche Veränderung wird nur dann geschehen, wenn wir uns in unseren Planeten verlieben. Nur die Liebe kann uns zeigen, in Harmonie mit der Natur und miteinander zu leben und uns von den zerstörerischen Auswirkungen der Umweltzerstörung und des Klimawandels retten.“

( Thich Nhat Hanh, zitiert in: Lewellyn Vaughan-Lee, Den Augenblick der Liebe leben, The Golden Sufi Center, http://goldensufi.org/de/den-augenblick-der-liebe-leben )   

 

Extinction Rebellion Buddhists: Ein Text

Dear Earth, we stayed up all night for you.

Did you hear us? We filled the room with our voices and we circled the shrine we made for you, with a globe and a sprig of green alkanet and a scarlet autumn leaf.

Sometimes it still strikes me as a very strange thing to do. Why spend a whole night walking in circles, singing the same phrase over and over? Wouldn’t it be better to use that time to protest or be political or plant trees? How are we helping you?

As I chanted, I was opening myself to the love of the Buddhas. This is the love that held me as the police arrested me and lifted me from the road. This is the love that moves me to fill the bird feeder. This is the love that taps me on the shoulder when I encounter the worst of myself or of others, and reminds me that we are all doing our best.

For me, the most reliable path to this love just happens to be the nembutsu. Others have other paths, dear Earth – many of them involving you. I don’t think the love minds whether you use sacred books or surfing or prayer mats or forests or twelve step groups. If we are given a glimpse of our connection with something much-bigger-than-us, then hallelujah. We need this connection more than ever as you call us to help you, precious Earth. We need courage and determination and fierce care.

I was soaked in this love during my hours in the shrine room. It hasn’t turned me into a better person, as much as I always hope it will. It did connect me with your suffering. It did connect me with your nourishing sweetness. I am ready for whatever is next.

Wer auch auf FB ist:
https://www.facebook.com/Extinction-Rebellion-Buddhists-107453267302269/?tn-str=k*F

Weltheilungsmeditation zum Jahresende

Auch dieses Jahr finden sich wieder Millionen Menschen weltweit in vielen Städten, in vielen Ländern zusammen, um am letzten Tag des Jahres den “World Healing Day”, den Weltheilungstag zu begehen und ihre Gedanken auf den Frieden in der Welt zu richten. Diese Initiative gilt als eine der größten Gebetsaktionen der Welt.

Ins Leben gerufen wurde diese Bewegung von John Randolph Price und seiner Frau Jan, Präsident der Stiftung “ The Quartus Foundation” mit Hauptsitz in Boerne, Texas, USA.

Die Quartus Foundation (http://www.quartus.org/world-healing-day/) ist ihrer Natur nach ein Bestandteil der Strömungen undogmatischen Christentums, die im letzten Jahrhundert vor allem in den Neuenglandstaaten an der Ostküste der USA entstanden sind.

In Bielefeld wird seit 1988 an jedem 31. Dezember (Silvester) die “Weltheilungsmeditation” von einer Gruppe interessierter Menschen veranstaltet.  Dieses Jahr findet diese Meditation, die einem von der Quartus-Foundation vorgeschlagenen (ins Deutsche übersetzten) Text folgt, im Zentrum für Yoga und Buddhismus, Oelmühlenstr. 13 (Hinterhaus)  um 12.30 Uhr mittags statt (Raumöffnung um 12.00 Uhr). Der Beginn ist pünktlich, da wir uns nach einer Einleitung in den weltweiten Meditationskreis einschwingen wollen, der – zeitgleich – für uns um 13.00 Uhr beginnt (12.00 Uhr Greenwich-Zeit).

Diese Weltheilungsmeditation, die wir dieses Jahr zum 31. Mal veranstalten,  ist eine kraftvolle Ausrichtung unserer Gedanken auf Frieden und Heilung in der Welt, ohne die – so glauben wir, wie viele andere – wirklicher Friede in der Welt nicht zu schaffen ist.  Natürlich kann jeder für sich allein diesen Weltheilungstag begehen, die Gedanken-Kraft vervielfältigt sich jedoch in der Gruppe. Wir freuen uns daher über alle, die am 31. Dezember 2019 mit uns zusammen im Zentrum für Yoga und Buddhismus meditieren wollen.

Informationen: Gisela Grah-Kautzky Tel. (0521)10 95 75

Aufruf: Mit der Erde stehen

Die Gemeinschaft der Akademie für angewandtes gutes Leben praktiziert jeden Morgen Standing with the Earth von 8.15-8.30 Uhr – was liegt näher, als mitzumachen?

Verbundenheit als Form von Aktivismus

Wir möchten das einfache Ritual, mit der Erde zu stehensowohl in das Feld des politischen Aktivismus hineintragen als auch überall im Alltag verankern.

Wir stellen uns vor, wie es sich rund um den Erdball verbreitet und etwas wird, das auf jedem Marktplatz stattfinden kann. Menschen stehen und spüren: wir sind nicht getrennt von diesem Planeten. Dadurch bezeugen, unterstützen und verkörpern sie den Heilungsprozess der Erde.

Hier der Link zu den Newslichtern, dem Onlineportal für gute Nachrichten: https://bit.ly/2YcZL8E

MeditationForFuture bundesweit

Es gibt übrigens eine bundesweite Seite, die Meditationsangebote zum KlimaKontext anzeigt – das geht über eine App; noch ist es ziemlich übersichtlich, das Angebot, aber: Der erste Schritt ist gemacht, vielen Dank an Michael Gerstenmayer für die Initiative

Es bleibt zu hoffen, dass es auf der Karte ganz bald nur so wimmelt von gelben Punkten, die anzeigen, wo überall, in diesem Fall noch ausschließlich buddhistische, Meditationen im Klima-Kontext angeboten werden.

Wie das ganze funtioniert beschreibt der Initiator so:
die app funktioniert ganz einfach. gehe freitags auf die karte, klicke auf der karte deinen standort an. du siehst dann alle leute die auch an diesem tag meditieren. das schafft verbindung, und man ist nicht alleine mit seinen bemühungen. viele leute haben ja nicht soviel zeit oder wohnen weiter entfernt von einer gruppe. dann ist es schön trotzdem gemeinsam zu meditieren.

Hier geht’s zur Homapge: http://meditationforfuture.com/index.html

MIT DER ERDE SITZEN

Meditieren für das (Über-Leben)

Sitze aufrecht entspannt, das Becken leicht nach vorne gekippt.

beide Füße ganz auf den Boden gestellt.

Wenn Du magst, kannst Du die Augen schließen oder

den Blick auf den Boden etwa einen Meter vor Dir richten.

Nimm Deinen Körper in seiner aufrecht sitzenden Position wahr.

Vielleicht spürst Du den Kontakt zur Erde an Deinen Fußsohlen

und das Gewicht Deines Körpers auf der Sitzfläche.

Die Erde trägt Dich, sie trägt das Gewicht Deines Körpers.

Die Erde trägt und erhält Dich, und Du erhältst diese Erde.

Die Erde nährt Dich: Alle Substanz, die Dein Körper zum Leben braucht,

bekommst Du von dieser Erde.

Und alle Substanz, die Du nicht mehr brauchst, gibst Du zurück.

Wenn Du einatmest, atmet die Erde aus.

Wenn Du ausatmest, atmet die Erde ein.

Alles, woraus Dein Körper besteht, stammt von dieser Erde.

Eines Tages wirst Du alles an sie zurückgeben,

damit daraus neues Leben entstehen kann.

Du bist ein Teil dieser Erde,

die Erde ist ein Teil von Dir.

Sitzen mit der Erde, atmen mit der Erde.

Mögen wir alle weise Entscheidungen treffen.

Text nach einer Vorlage von Extinction Rebellion „Standing With The Earth“

–  angepasst an das gemeinsame Sitzen in Stille.

Klimawandel – ein Beziehungsproblem?

Dienstag, 15. Oktober 2019 von GastautorIn

Ein Artikel von: Svenja Hollweg, Gestalttherapeutische Beraterin
https://svenjahollweg.de/

Klimawandel ist ein Beziehungsproblem – das war der Abend im Rahmen der Klimawoche in Bielefeld. Ein vielleicht etwas ungewöhnlicher, für manche auch provozierender Titel. Und doch liegt es so nahe, denn natürlich haben wir mit dem Klimawandel zu tun. Wir sind also in Beziehung damit, doch wie diese aussieht, wollten wir gemeinsam mit knapp 30 Menschen im Rahmen der Klimawoche und in Kooperation mit dem Heilnetz erforschen. Ein Impulsvortrag von uns beiden wurden durch interaktive Übungen und Dialog vertieft.

Emotionale Betroffenheit (wie gehe ich damit um, was mir im Bezug auf den Klimawandel begegnet?), der eigene Beitrag (was ruft mich, was will ich in dieser Welt tun?) und berührender Austausch entfalteten sich in der Gruppe, wo sich die meisten gar nicht kannten. Einmal mehr war es spannend zu erleben, wie unterschiedlich wir doch sind und welch offener und bewegender Austausch und Begegnung dennoch in so kurzer Zeit möglich sind.

Beziehung als Basis

Beziehungspflege, Kooperation und Co-Kreativität zeigten sich als wichtige Schlüssel in Bezug zum Klimawandel. Für die Anwesenden schien dies ganz natürlich. Sie bewältigten mit erstaunlicher Schnelligkeit eine ansonsten schwierige Aufgabenstellung, kooperierten unmittelbar und konnten sich schnell aufeinander einstimmen. Vielleicht ist die Zeit einfach reif für neue co-kreative Prozesse – vielleicht unterschätzen wir immer noch unsere kollektive Kapazität für den sozialen Wandel!?

Der Blickwinkel, wie wir den Klimawandel betrachten, wie wir damit in Beziehung gehen, erschien elementar, ebenso dass ein regelrechter Quantensprung in der Perspektive unserer Betrachtung notwendig ist. Weg davon, die Erde als tote Materie zu behandeln, hin zu einer ganzen, inkludierenden, manchmal unsicheren, aber bewussten Perspektive. Leichter gesagt als getan.

Das bedeutet vor allem in Beziehung sein. Mit mir selbst, dem Anderen (auch dem, der mir gerade nicht so passt) und die Beziehung mit der Erde. Dazu war es schön, die mitgebrachte Tonerde sinnlich in den Händen zu spüren, zu modellieren, und sich von ihr modellieren zu lassen. Ein gemeinsames Tongebilde konnte so in der Mitte entstehen. Vielleicht geht es darum, die Beziehung zur Erde und dessen Verkörperung zu vertiefen und den daraus resultierenden nächsten Schritt für sich selbst und im Miteinander zu erkennen, zu wagen und zu tun.

Trotz aller Herausforderung, miteinander in diesen tieferen Kontakt mit ehrlicher Begegnung zu gehen, waren diese 3 Stunden ein weiterer Anfang.

Ein schöner Anfang, der immer weiter gewebt werden möchte!

P.S. Das Seminar war Bestandteil der von Heilnetz in Kooperation mit verschiedenen Einzelpersonen und spirituellen Gruppen organisierten Veranstaltungen #MeditationForFuture im Rahmen der Klimawoche.

Texte von Thich Nhat Hanh

Diese Texte haben wir bei den Meditationen am 20.09. teilweise zu Beginn gehört.

In jeder Person gibt es mindestens 3 Persönlichkeiten: Die Kämpferin, die Weise, die Künstlerin. Das ist wichtig. Die Künstlerin kann die Frische, den Sinn des Lebens, die Freude verkörpern; die Weise, die Ruhe, die Klarheit, die tiefe Einsicht und die Kämpferin ist die, die entschlossen voranschreitet. Wir sollten alle drei Persönlichkeiten in uns mobilisieren und keine sterben oder schwach werden lassen. Wenn sie Friedensaktivist, soziale Aktivistin sind (…), sollten Sie wissen, wie Sie diese drei Personen in sich kultivieren können. (…) Wir sollten uns nicht zu einsam fühlen. Die Versuchung ist immer da, die Versuchung zu verzweifeln. Aber wenn die Weise und die Künstlerin in uns lebendig sind, dann wird die Kämpferin die Richtung, die zu gehen ist, genau wissen.“

aus:Thich Nhat Hanh, Achtsam leben – wie geht das denn?, Berlin 2005, S. 37 +3)

Once we see that something needs to be done, we must take action. Seeing and action go together. Otherwise, what is the use of action?“

(aus: Thich Nhat Hanh: At home in the world, Berkeley 2016, S. 56)

Übersetzung:

„Sobald wir erkennen, dass etwas getan werden muß, müssen wir handeln. Sehen und Handeln müssen zusammengehen. Was sonst ist der Sinn des Erkennens?“