Newsletter zum Klima von Evolve

 

Die Klimakrise ist allgegenwärtig, fast schon ein Klischee. Aber was liegt unter ihrer Oberfläche? Gibt es Perspektiven, die hier einen neuen Blick erschließen, vielleicht auch einen Blick, der unsere übliche Sicht auf diese Krise infrage stellt? Wir haben in dieser Ausgabe von evolve versucht zu untersuchen, was die Klimakrise mit unserer Kultur und mit unserer Zivilisation zu tun hat. Denn, wenn wir beginnen, unsere tiefen kulturellen Gewohnheiten zu sehen, mit denen wir unsere Welt betrachten und mit denen wir unserem Planeten begegnen, dann werden überraschend neue Möglichkeiten sichtbar, miteinander und mit allen anderen Lebensformen der Erde zu leben. Das Wort Klimahysterie wurde ja zum Unwort des Jahres gewählt, aber was bedeutet es eigentlich, keine hysterische Reaktion auf den Klimanotstand zu haben? In meinem Leitartikel stelle ich eine vielleicht ungewöhnliche Frage: Kann der globale Kollaps, den wir gerade durchleben, für uns ein Lehrer sein? Und wenn ja, was will er/sie uns lehren?  Vielleicht drängt der Kollaps uns zu einem radikal neuen Verständnis, wer wir als Menschen eigentlich sind. 

Die Systemdenkerin Nora Bateson spricht in dieser Ausgabe von evolve davon, dass zu einer wirklichen Antwort auf die ökologische Krise auch nötig ist, unser Eingebundensein in vielfältige Lebensprozesse neu zu erkennen, ins Gespräch zu bringen und zu gestalten. Für Daniel Christian Wahl braucht diese Antwort mehr als die allgemein geforderte Nachhaltigkeit. Er spricht von neuen „regenerativen Kulturen“, die bereits am Entstehen sind, einem globalen Netzwerk regionaler Kulturen, in dem Menschen ihre Kreativität bewusst mit den lebensfördernden Kräften ihrer Regionen verbinden.

Joan Macy, die heute 90-jährige Mitbegründerin und Grand Dame der Tiefenökologie nennt die neue Qualität „mitempfindende Verbundenheit“. Es sind unsere Intimität mit dem Leben, unser Mitfühlen mit dem Schmerz der Erde und unsere tätige Hoffnung, die, so Joan Macy, zu einer neuen Integration von Mensch und Erde, Natur und Kultur führen werden.
Weitere Beiträge in der neuen evolve sind von und mit Timo Luthmann, der Aktivismus und Spiritualität verbindet, Karen O’Brian, Satish Kumar, der für eine „ehrerbietende Ökologie“ steht, Elizabeth Debold, Mike Kauschke, Nadja Rosmann und anderen. Einen ersten Einblick in evolve 25 geben das Inhaltsverzeichnis und das Editorial sowie ein Auszug aus meinem Leitartikel „Der globale Kollaps als unser Lehrer – auf dem Weg zu einem Homo interbeing„.

Es war uns von Anfang an klar, dass wir für die künstlerische Gestaltung dieser Ausgabe einen Land-Art Künstler suchen. Mit NILS-UDO ist es uns gelungen, einen der Pioniere und der wirklich großen Land-Art Künstler für uns zu gewinnen. Aufgewachsen auf dem Land, hat NILS-UDO schon früh prägende Erfahrungen mit der Natur gemacht. Nach einigen Jahren, in denen er sich in Paris der Malerei widmete, lebt er mittlerweile wieder in Oberbayern. Buchstäblich von einem Tag auf den anderen beschloss er, in die Natur zu gehen und mit und in ihr zu arbeiten. Die Natur selbst, so NILS-UDO, ist das Kunstwerk. 

Wenn du in den Dialog mit anderen evolve Leserinnen und Lesern eintreten und die Inspirationen der aktuellen Ausgabe des Magazins im gemeinsamen Gespräch verdichten möchtest, dann laden wir dich herzlich zu unseren evolve Salons ein. Sie finden in knapp 30 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt (hier mehr Infos und die aktuellen Termine).   

evolve Magazin für Bewusstsein und Kultur | emerge bewusstseinskultur e.V. kontakt@evolve-magazin.de   |  www.evolve-magazin.de  Kirchgartenstr. 3, 60439 Frankfurt

Spirituelle Ökologie: Links und Literatur

Eigentlich sind alle spirituellen Wege auch ökologische Wege – und umgekehrt. Oder?

Anbei eine kleine Liste von Projekten, Filmen und Büchern, die sich diesem Thema aktuell oder immer schon explizit widmen – schön wäre, wenn ihr die Liste über einen Kommentar erweitern würdet, denn diese Auswahl ist erstens minimalistisch und zweitens nur zufällig so, wie sie ist. DANKE.

Aktuelle Bücher und Links aus dem Sufismus:

  • Llewellyn Vaughan-Lee & Hilary Hart
    Das Heilige im Alltag wiederentdecken: spirituelle Ökologie in der Praxis
    Vorschläge von einfachen spirituellen Praktiken, die dazu dienen, unsere Verbindung zum Heiligen im tägliche Leben wiederherzustellen
    https://goldensufi.org/de/publications/buch/das-heilige-im-alltag-wieder-entdecken/
  • Llewellyn Vaughan-Lee
    Heilung für die Erde:
    Spirituelle Verantwortung in einer Zeit der globalen Krise
    https://goldensufi.org/de/publications/buch/heilung-fuer-die-erde/
  • LLewellyn Vaughan-Lee als Herausgeber
    Spirituelle Ökologie, Der Ruf der Erde,
    Sammelband mit Beiträgen von Thich Nhat Hanh, Joanna Macy, Richard Rohr, Oren Lyons, Vandana Shiva u.a. – Antworten von spirituellen Lehrern, Wissenschaftlern und indigenen Führern vieler verschiedener Traditionen auf den „Ruf der Erde“, die in Not ist.
    1. Aufl. 2015, ISBN 978-3-89060-654-5, Verlag Neue Erde

Verschiedene Artikel und Interviews zum Thema von LLewellyn Vaughan-Lee, Sufi-Lehrer, langjähriger spiritueller Leiter des Golden Sufi Center unter:
https://goldensufi.org/de/artikel-und-interviews/

Insbesondere:
Die Klimadebatte auf den heiligen Grund verlagern
https://goldensufi.org/de/die-klimadebatte-auf-heiligen-grund-verlagern/

Radikale Resilienz – eine innere Veränderung
https://goldensufi.org/de/radikale-resilienz-eine-innere-veraenderung/

Buddhistische Organisationen, Bücher und Videos

Bücher von Thich Nhat Hanh zum Thema:

„Wirkliche Veränderung wird nur dann geschehen, wenn wir uns in unseren Planeten verlieben. Nur die Liebe kann uns zeigen, in Harmonie mit der Natur und miteinander zu leben und uns von den zerstörerischen Auswirkungen der Umweltzerstörung und des Klimawandels retten.“

( Thich Nhat Hanh, zitiert in: Lewellyn Vaughan-Lee, Den Augenblick der Liebe leben, The Golden Sufi Center, http://goldensufi.org/de/den-augenblick-der-liebe-leben )   

 

MeditationForFuture bundesweit

Es gibt übrigens eine bundesweite Seite, die Meditationsangebote zum KlimaKontext anzeigt – das geht über eine App; noch ist es ziemlich übersichtlich, das Angebot, aber: Der erste Schritt ist gemacht, vielen Dank an Michael Gerstenmayer für die Initiative

Es bleibt zu hoffen, dass es auf der Karte ganz bald nur so wimmelt von gelben Punkten, die anzeigen, wo überall, in diesem Fall noch ausschließlich buddhistische, Meditationen im Klima-Kontext angeboten werden.

Wie das ganze funtioniert beschreibt der Initiator so:
die app funktioniert ganz einfach. gehe freitags auf die karte, klicke auf der karte deinen standort an. du siehst dann alle leute die auch an diesem tag meditieren. das schafft verbindung, und man ist nicht alleine mit seinen bemühungen. viele leute haben ja nicht soviel zeit oder wohnen weiter entfernt von einer gruppe. dann ist es schön trotzdem gemeinsam zu meditieren.

Hier geht’s zur Homapge: http://meditationforfuture.com/index.html